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Kaafräidaa [Karfreitag]
Nach dem Gloria in dieser Messe am Gründonnerstagabend setzen die Glocken aus - als Zeichen für den Tod des Herrn. Sie schweigen danach bis zum Ostersamstag. Da die Glocken auch zu den Stundengebetszeiten am Morgen, Mittag und Abend läuten (Angelusläuten), übernehmen am Karfreitag die Kläbba|buwwe diese Funktion, indem sie mit ihren Klapperinstrumenten (den sog. Kläbbere) die Gläubigen zum Gebet rufen.

Der jeweilige Gesang kann dabei von Ort zu Ort unterschiedlich sein und sich auch im Laufe der Zeit geändert haben. In Ensheim singen die Kläbba|buwwe (die inzwischen wie auch die Messdiener weiblichen Geschlechts sein können: Kläbba|mähle) nach Auskunft des Pfarrbüros folgende Texte:
Da die Glocken am Karfreitag schweigen, hat sich in der Volksfrömmigkeit eine Sage gebildet, dass sich die Glocken an diesem Tag auf einer Romfahrt befinden. In Ensheim sagt man dann: Die Glogge sinn noh Rom bichde. (Die Glocken sind zum Beichten nach Rom gefahren.) Andernorts sind auch andere Versionen für diese Romreise in Gebrauch:
In der Ensheimer Ortschronik von Helmut und Alexander Wilhelm wird zu der "Karwoche" folgendes ausgeführt (S. 143):
Neues Leben bringt erst der Palmsonntag, wenn in der Kirche die "Palmen" geweiht werden. Mancher Bauer steckte einen geweihten Palmzweig in die Scheune, in den Stall oder auf jedes seiner Ackerstücke, Vom Gründonnerstag ab läuteten die Glocken nicht mehr. Die Leute sagten dann den Kindern, "die Glocke sinn no Rom bichte". Erst am Ostersamstag zur Auferstehungsfeier nahm alles wieder seinen gewohnten Gang. Die Gläubigen mußten aus diesem Grunde auf andere Weise vom Beginn des Gottesdienstes in Kenntnis gesetzt werden. Dies besorgten die sog. "Klepperbuwe". Mit Holzkleppern liefen sie durchs Dorf und riefen: S'erschte Mol, s'zwete Mol, s'letschte Mol. Wenn das "Kleppere" am Ostersamstag zu Ende war, gingen noch die Ministranten von Haus zu Haus, sammelten Eier und Geld und verteilten die Gaben unter sich.
Am Karfreitag wird der Tod Jesu begangen. Die Liturgie ist von der Trauer über seinen Tod geprägt, wobei durch die Trauer hindurch bereits Ostern beginnt aufzuleuchten. In der Gottesdienstfeier am Karfreitagnachmittag wird vor allem das Kreuz verehrt, weil Jesus durch seinen Tod am Kreuz für die Christen das Heil erworben hat. Im Gesang bei der Kreuzverehrung heißt es:
Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige Auferstehung preisen und rühmen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt.
PS: Diese Seite entstand unter Verwendung umfangreicher Informationen meines Cousins Otto Kiel, Pfarrer im pfälzischen Breitenbach sowie von Frau Ria Helwig vom Pfarrbüro Ensheim.
LIT:
LINKS: [ohne Gewähr]
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Last update: 13.11.2004 © Paul Glass 1997 - 2001 ff