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Näijòòrsch'daa

Der Jahreswechsel wird auch heute noch mit speziellen Feiern oder Parties begangen. Wie in der Ortschronik berichtet wird, war früher für die katholischen Ensheimer der Besuch des Jahresabschlußgottesdienstes Pflicht. Erst danach begab man sich in die Wirtschaften, um dort mit Gleichgesinnten das Neue Jahr zu erwarten.

Um Mitternacht wurde dann das neue Jahr mit großem Lärm und Spektakel begrüßt und gleichzeitig die bösen Geister vertrieben. Mit dem Ruf "Proschd Naajòòr!" auf den Lippen zog man durch die Straßen und jedem, dem man begegnete, ein gutes neues Jahr. Wer sich nicht mit der Kurzfassung zufriedengeben mochte, konnte auf die beliebte Redensart zurückgreifen:

Proschd Naajòòr!
Ins Hämmed geschess ùnn òòngefròòr! 
Unn e Bräddsel grooß wie e Schieredòòr!

 

Am Morgen des Neujahrstages gingen die Kinder zu ihren Paten: die Jungen zum "Padd", um sich ihre Riesenbrezel abzuholen; die Mädchen zur "Gòòd", um das "Gränsje" , einen Riesen-Kranzkuchen, entgegenzunehmen.

Das neben stehende Foto zeigt den Webmaster im Jahr 1957 im Hof des Elternhauses - allerdings mit dem "Gränsje" seiner Schwester Gertrud. Wahrscheinlich hatte Paul G. schon seine "Bräddsel" vertilgt... ;-)

Foto: Herbert Glass

Am Neujahrstag besuchte man die Verwandtschaft im Ort, um ihnen ein gutes neues Jahr zu wünschen.


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Last update: 27.12.2004                        © Paul Glass 1997 - 2001 ff